kommoExkursion zur Healthcare PR-Agentur 3K in Frankfurt

Vor welchen Herausforderungen stehen Experten für Healthcare PR bei ihrer Arbeit? Mit der letzten kommoExkursion des Semesters besuchten wir unseren Förderer 3K – Agentur für Kommunikation in Frankfurt und erhielten spannende Einblicke in die Branche. Die von Ruth Bastuck als Inhaberin geführte Agentur zählt zu den erfolgreichsten Healthcare PR-Agenturen in Deutschland. Zusammen mit 3K Director Oliver Struckmeier stellte sie den Teilnehmern ihre Arbeit vor.

Die Runde startete mit einem kurzen 1×1 der Healthcare PR – welche Bereiche umfasst sie, welche kommunikativen Maßnahmen stehen im Fokus und was bedeuten eigentlich RX oder OTC? Letzteres war schnell geklärt: RX steht für verschreibungspflichtige Medikamente, OTC für Over-the-counter und damit freiverkäufliche Arzneimittel. So lässt sich auch die allgemeine Einteilung in Fachkommunikation und Consumer Health PR nachvollziehen. Allein die Einführung zeigte schon, wie vielfältig das Feld der Gesundheitskommunikation tatsächlich ist. Ganz besonders aufschlussreich war die Erkenntnis, dass diese Branche gesetzlichen Vorschriften und gesundheitspolitischen Restriktionen unterworfen ist. Beispielsweise ist es nicht einfach so möglich, neue Fachstudien mit der breiten Öffentlichkeit zu teilen oder verschreibungspflichtige Medikamente direkt beim Konsumenten zu bewerben.

Diese Beschränkungen haben natürlich ihre Berechtigung, limitieren jedoch auch die möglichen Maßnahmen im Vergleich zu anderen PR Feldern. Umso wichtiger ist daher Ideenreichtum, um sich abzuheben. Auf welche Weise Konsumenten kommunikativ erreicht werden können, zeigten zahlreiche Beispielen aus der Praxis. Die zentrale Devise lautet, dem Rezipienten einen Mehrwert zu bieten und ihm Ratschläge sowie Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen. Dieses Servicepaket enthält zwar auch das Produkt, z.B. ein Arzneimittel, redaktionell wird es in der Regel aber in ein übergreifendes Gesundheitsthema eingebunden. Besonders gut lassen sich die Informationen visuell transportieren, weshalb es fast unabdingbar ist, den Redaktionen auch ansprechende Bilder und Grafiken zum Thema anzubieten. Es gilt diese Hintergründe zu kennen und gezielt in die Arbeit einzubeziehen.

Etwas anders sieht es für die Fachkommunikation aus, denn wissenschaftliche Erkenntnisse dürfen – laut Gesetz – nur mit dem Fachpublikum geteilt werden. Publikumsmedien hingegen erhalten eine vereinfachte und verständlichere Fassung medizinischer Erkenntnisse. Rezipienten sind somit vorrangig Mediziner und Wissenschaftler, die häufig sehr spezialisierte Fachmedien nutzen, um sich zu informieren. Hier kann nicht wie in anderen Bereichen eine Social Media Kampagne gestartet  oder auf Emotionen gesetzt werden, um eine Botschaft zu verbreiten. Diese Besonderheit verlangt häufig einen extra Schuss an Kreativität von Seiten der PR, damit Inhalte erfolgreich vermittelt werden können.

Wie mit solchen Herausforderungen umgegangen werden kann, durften die Teilnehmer wenig später selbst herausfinden. Für eine fiktive Aufklärungskampagne eines Medikamentenherstellers sollten Ideen gesammelt werden, um Aufmerksamkeit auf ein mit Tabus belegtes Thema zu lenken. Vor ähnlichen Aufgaben stehen die Experten von 3K auch in der Realität. Durch die Übung erfuhren die Teilnehmer somit aus erster Hand, welche Fragen man sich bei der Konzeption einer Gesundheitskampagne stellen muss und wie sie möglicherweise beantwortet werden können.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Ruth Bastuck, Oliver Struckmeier und 3K für die spannenden Einblicke in Ihre Arbeit und die Healthcare Branche!