„Nachhaltigkeitskommunikation kann die Welt auch nicht besser machen.“ – oder doch?

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt im öffentlichen Bewusstsein konstant an Bedeutung. Kein Wunder, dass es dann auch in der Unternehmenskommunikation eine hohe Priorität besitzt. Wie gute Nachhaltigkeitskommunikation aussehen sollte, was für Chancen sie bietet, aber auch welche moralischen Herausforderungen mit dem Thema einhergehen – das alles wurde im kommoWorkshop mit unserem Förderer SCRIPT Communications am 24. Juni thematisiert.

Beim gemeinsamen Check-In zu Beginn der Veranstaltung stellten sich Karo, Denis und Mia selbst und die Arbeit der Kommunikationsagentur SCRIPT vor. Dann waren die kommo-Mitglieder dran, die ihre persönlichen Lieblings-Ökoprodukte präsentieren durften, wobei die Auswahl von Sodastream-Flaschen bis hin zu Trinkhalmen aus Metall reichte. Daraufhin stellte Karo die bewusst provokante These zur Diskussion in den Raum, der jedoch bei einer Abstimmung der größte Teil der kommo-Mitglieder (75%) nicht zustimmte:

 „Nachhaltigkeitskommunikation kann die Welt auch nicht besser machen.“  

Daraufhin wurde die „Initiative Frosch“ vorgestellt, bei deren Umsetzung SCRIPT das Mainzer Unternehmen Werner & Mertz, zu dem die Marke Frosch gehört, unterstützt. Im Rahmen dieser B2C (Business-to-Consumer)-Initiative werden Verbraucher über hochwertiges Recycling informiert und vor Greenwashing durch große Konzerne gewarnt. Mithilfe des von Mia dargestellten Content-Studios, einem System zur Planung, Umsetzung und Verbreitung von Inhalten, bringt SCRIPT gemeinsam mit Werner & Mertz die Botschaften der Initiative Frosch an die Verbraucher.

Warum über Nachhaltigkeit berichten?

Weiter ging es um die Frage, warum man im Unternehmenskontext überhaupt über Nachhaltigkeit berichten sollte. Denis lieferte darauf die logische Antwort: „Was du niemandem erzählst, das erfährt auch keiner“. Man biete damit den Verbrauchern die Möglichkeit, entweder ihr Desinteresse zu dem Thema in Begeisterung umzuwandeln oder bereits bestehendes Interesse zu füttern. Ziel sei es, das Vertrauen der Verbraucher in eine nachhaltige Kaufentscheidung zu rechtfertigen und durch weiterführende Informationen Mehrwert zu schaffen.

Drei Voraussetzungen sollten zur Erfüllung dieser Ziele gegeben sein:

    1.  „Kenne deine Zielgruppe“
    2.  „Kenne deine Themen“
    3.  „Kenne dein Unternehmen“

Insgesamt gehe es darum, einen Mittelweg zwischen Idealismus und der Umsetzung wirtschaftlicher Interessen zu finden.

In der abschließenden von Karo moderierten Diskussionsrunde konnten die kommo-Mitglieder bei verschiedenen Unternehmen abstimmen, ob ihre Nachhaltigkeitskommunikation eher nach „Umweltheld“ oder nach „Greenwasher“ klingt. Konzerne wie Adidas und Coca-Cola schnitten weniger gut ab, während das Unternehmen „share“ eine sehr positive Resonanz erhielt. Außerdem wurden moralische Grenzen besprochen und überlegt, ob Unternehmen beim Thema Nachhaltigkeit Kommunikatoren mehr Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung bieten sollten. Einen passenden Schluss zur Diskussion bot Denis mit seinem Statement:

„Wenn man denkt, dass man Lügen verkauft, kann man nicht wirklich gut kommunizieren.“

Wir bedanken uns bei SCRIPT Communications für die spannenden Einblicke in die Praxis der Nachhaltigkeitskommunikation und die tollen Möglichkeiten, sich aktiv einzubringen.

Geschrieben von Simon Röhricht