Über KI in der Unternehmenskommunikation und wie wir uns in dieser neuen Welt zurechtfinden

Am 4. Juni 2024 fand mal wieder ein kommo-Talk auf dem JGU-Campus statt. Der Geschäftsführer David Kerl und Digital Marketing Director Bernhard Jodeleit haben uns besucht, um uns einen kleinen Einblick in ihren Agenturalltag bei Kerl & Cie zu geben.

Zu diesem Agenturalltag gehört inzwischen auch: Künstliche Intelligenz!

David Kerl sagt zwar selbst, dass KI noch „in the making“ sei, aber unglaubliches Potenzial besitze. Bei Kerl & Cie ist KI bereits in gewisser Weise Bestandteil des Agenturalltags. Von Bernhard wird sie oft liebevoll-ironisch „die Assistenz“ genannt.

Im Vortrag schilderten die beiden, dass in der Agentur in manchen Fällen Gespräche mit Kunden oder auch interne Meetings – natürlich mit dem Einverständnis der Beteiligten – aufgezeichnet werden, um später von einer KI bis ins kleinste Detail ausgewertet zu werden. Dabei wird transkribiert, was gesagt wurde, aber auch eine strukturierte Zusammenfassung erstellt. Sicherheit geht dabei vor: mit der lokalen Speicherung und Verarbeitung der Daten. Denn all das geht auch ohne Cloud-Dienste wie ChatGPT.

Bernhard Jodeleit, in der Agentur für digitale Innovation zuständig, sagt, dass er persönlich für das Mithalten mit der rasanten Entwicklung der KI „in gewisser Weise im Nerd-Modus“ sein müsse, ständig die neuesten Trending Topics auf Plattformen für Entwickler wie Github oder Huggingface beobachte, aber es seinen Arbeitsalltag unglaublich vereinfache und bereichere.

„KI“ selbst sei eher ein Umbrellaterm, der viele Produkte unter sich vereine: Tools zur Text- und Bildgenerierung, aber auch das Schaffen von Musik und die Erzeugung von Analysen sind für künstliche Intelligenz kein Problem.

Doch: Künstliche Intelligenz steckt noch in den Kinderschuhen. Sie „spinnt“, „halluziniert“ und „lügt“ auch manchmal. Nun stellt sich aber die Frage: Wie geht man damit professionell um?

Bei Agenturen, so Bernhard, werde KI unter anderem zur Textgenerierung und -analyse eingesetzt und auch im Bereich Grafik. Dabei müsse man aber darauf achten, wie viel Arbeit man der KI überlassen kann, ohne dass die Qualität darunter leide.

Denn: KI kann heute noch keinen menschlichen Autor ersetzen. Menschen haben Persönlichkeit und einen individuellen Schreibstil, den KI nicht kopieren kann. Künstliche Intelligenz muss von menschlichen Autoren gebrieft – „gefüttert“ – werden, um Content zu produzieren. Im sogenannten System Prompt kann dann noch verfeinert werden, wie die KI den Text gestalten soll.

David und Bernhard sprechen noch von ihrer datenschutzkonformen und hauseigenen KI. Diese läuft lokal und ist daher sicher. Sie können ihr Dokumente und Materialien „füttern“, um zu jedem Zeitpunkt Zugriff darauf zu haben und maßgeschneiderte Antworten zu erhalten – ohne Dokumente einfach in Cloud-Dienste hochzuladen.

Bei alldem steht Transparenz – sowohl intern als auch extern – an oberster Stelle; sowohl Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als auch Kundinnen und Kunden müssen wissen, was von einem Menschen und was von einer KI erzeugt worden ist. Und es braucht auch Transparenz bezüglich der Regeln. Daher hat die Agentur eine detaillierte K.I.-Guideline entwickelt.

Aber: Die KI ist nicht fehlerfrei! Auch wenn das alles positiv scheint und den Alltag von PR-Arbeitenden in Zukunft maßgeblich beeinflussen und erleichtern wird, so birgt künstliche Intelligenz auch Gefahren.

Die Möglichkeiten reichen von Qualitätsmängeln über Datenleaks, Deep Fakes, militärischen Einsatzzwecken bis hin zu rechtlichen Problemen, wie etwa Urheberrechts- oder Verwendungsrechtsverletzungen. KI kann lediglich als Unterstützung herangezogen werden, das Korrekturlesen muss aber dann ein menschlicher Autor übernehmen. Auch ein Plag Check kann nicht schaden.

Bei der Frage, ob wir als PR-Spezialisten damit in Zukunft überflüssig werden gibt Bernhard Jodeleit Entwarnung. Ja, durch KI wird der Alltag in der Unternehmenskommunikation verändert, gar revolutioniert.

Mit einer Veränderung des Inputs in der PR verändert sich aber auch ganz natürlich ihr Output; künstliche Intelligenz und menschliche Autoren und Autorinnen passen sich einander an. Die Geschwindigkeit steigt. Denken muss man aber selbst. Ganz konkret bedeutet das, dass Kommunikation, Kommunikationsplanung und -strategien anspruchsvoller werden!

David ging dann als Gründer von Kerl & Cie noch auf die Agentur ein: Kerl & Cie ist eine PR- und Marketing-Agentur mit dem Schwerpunkt in der Finanz- und Wirtschaftskommunikation mit Sitz in Frankfurt am Main. Sie beschäftigen sich mit integrierter und strategischer Kommunikation und arbeiten mit einem großen Netzwerk aus Journalist:innen und Influencer:innen zusammen und erarbeiten maßgeschneiderte 360°-Lösungen für ihre Kunden.

Bei der Erarbeitung ihrer Kommunikationsstrategien gehen Kerl & Cie ganz genau auf ihre Kunden ein und klären, wo der Kunde in Zukunft stehen möchte, wer die Zielgruppe ist und welche Kanäle bespielt werden sollen. Dabei verbindet Kerl & Cie sechs klassische Agenturzweige unter sich: Public Relations, Marketing & Design, Mediaplanung und Advertisement, Online-Marketing, Social Media und Corporate Publishing.

Geschrieben von Hannah Schilling.