„Fehlende Authentizität oder wirksame Werbung?“ – Dos and Don’ts beim Influencer-Marketing, erklärt von der PR-Agentur Grayling

Ein Waschmittel im Fahrradkorb oder mit Bifis in der Badewanne – schlecht durchdachte Werbung auf Instagram ist oft zu sehen. Kein Wunder also, dass die Berufsbezeichnung „Influencer“ häufig eher belächelt wird. Aber hat sich nicht fast jeder schon einmal dabei erwischt, sich von einem Blogger zum Kauf eines neuen Produktes überredet haben zu lassen?

Influencer-Marketing erweist sich häufig als wirksam, doch dafür muss es gekonnt sein. Wie setzen Agenturen das Tool Influencer-Marketing sinnvoll für Kampagnen ein? Und wie werden eigentlich geeignete Influencer ausgewählt? Wie können Agenturen und Unternehmen messen, ob die Kampagne sich gelohnt hat? All diese Fragen hat uns Miriam Heimberger von der der PR-Agentur Grayling am 29. April beantwortet. In einem zweistündigen Workshop an der Universität Mainz hat sie uns verraten, wie Influencer Marketing in der Public Relations professionell genutzt werden kann.

Bewegen wir uns in den sozialen Medien, so ist es fast unmöglich dem Produktplacement von Influencern auszuweichen. Insbesondere in der Fashion- und Beauty-Branche gehört Influencer-Marketing bereits zum Tagesgeschäft der Public Relations. Mittlerweile hat sich das Feld auch auf viele andere Bereiche, sei es Waschmittel, Schokolade oder Deko-Artikel, ausgeweitet. Die Agentur Grayling entwickelte beispielsweise für den Senf der Marke Thomy eine Kampagne in Kooperation mit Bloggern. Doch passt es in diesem Fall wirklich, mit Influencern zu arbeiten?

„Schnell können unglaubwürdige Kampagnen zustande kommen. Entscheidend ist, dass die richtige Idee dahintersteckt,“ so Miriam Heimberger. Unternehmen und Agenturen sollten sich Gedanken darüber machen, wie sie ihr Storytelling glaubwürdig umsetzen können. Während Influencer-Marketing beim klassischen Unboxing von Paketen mit Beauty-Produkten angefangen hat, finden heutzutage Kooperationen meist über einen längeren Zeitraum statt. Miriam Heimberger fragte uns, welche Ideen wir für eine Influencer-Kampagne für Thomy hätten.

Einige Antworten gingen schon in richtige Richtung: Statt Instagram eignete sich hier beispielsweise YouTube besser. So wurde für den Thomy-Senf entschieden, eine Kooperation mit Koch-Bloggern zu starten, die über YouTube Rezepte teilten. Schnell kam jedoch auch die Frage auf: Wie findet sich überhaupt der richtige Blogger für eine Kampagne? Influencer wie Caro Daur haben zwar durch viele Follower eine große Reichweite, doch sollte das nicht der ausschlaggebende Punkt sein. Vielmehr kommt es auf das Themengebiet des Bloggers und auf die Follower an. Der Influencer sollte zur Zielgruppe passen, um unpassende Kooperationen zu vermeiden. Zudem helfen bestimmte Influencer-Marketing-Tools passende Blogger für die richtige Kampagne zu finden. Mithilfe von solchen Diensten können Unternehmen unter anderem herausfinden, aus welchen Ländern die Follower des Bloggers kommen oder ob sich Fake-Profile unter den Followern befinden.

Ist der passende Influencer einmal gefunden, wird meist persönlich per E-Mail kommuniziert. Da die meisten Kooperationspartner hauptberuflich als Blogger arbeiten, ist hier meist eine gewisse Routine vorhanden. Allerdings, so berichtete Miriam Heimberger, nehmen es manche Influencer nicht so ernst, festgesetzte Termine einzuhalten. Das kann auch schon mal für Frust bei Agentur und Unternehmen sorgen. Kommt die Kampagne schließlich zustande, gibt die Agentur Grayling zwar das Thema vor, lässt den Influencern jedoch Gestaltungsfreiheit bei ihren Posts. Bevor der Beitrag jedoch letztendlich geteilt wird, haben sowohl Grayling als auch das Unternehmen einen Blick darauf.

„Der Vorteil an der Kooperation mit Bloggern ist, dass Unternehmen von ihrer Kreativität profitieren können.“, erklärte uns Miriam Heimberger. Nachdem die Kooperation umgesetzt wurde, ist Grayling dafür zuständig, den Erfolg der Kampagne zu messen. Neben der Anzahl an Likes und Kommentaren ist es über Instagram auch möglich, zu verfolgen, wie häufig Stories angesehen oder wie oft Links angeklickt wurden.

Alles in allem stellt Influencer-Marketing ein relevantes Tool der Public Relations dar, das mittlerweile von beinahe jedem Unternehmen genutzt wird. Der Workshop mit Grayling zeigte uns, dass hier jedoch auch viel falsch gemacht werden kann. Miriam Heimberger machte deutlich, wie wichtig es ist, die Zusammenarbeit mit Bloggern professionell zu gestalten und auf welche Dos und Don’ts geachtet werden sollte.

Verfasst wurde dieser Beitrag von Zoe Lehmann