Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation – Die Beraterpersönlichkeit von morgen mit Fink und Fuchs

Und wieder einmal stand eine kommo-Exkursion an. Am 15.01. ging es für kommoguntia nach Wiesbaden, zum Büro der PR-Agentur Fink und Fuchs. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Vorstandsvorsitzende Alexandra Groß starteten wir auch schon mit dem Hauptthema der Veranstaltung: die Beraterpersönlichkeit. Was genau macht einen guten PR-Berater aus? Welche Fähigkeiten und Charaktereigenschaften sollte man mitbringen? Und welche erlernt man erst mit Erfahrung und Zeit im Job?

Alexandra Groß führte uns mit einer ausführlichen Präsentation in das Thema PR-Beratung ein und erklärte uns die wichtigsten Eigenschaften eines erfolgreichen PR-Beraters. Einer der wichtigsten Punkte, die ein Berater verstehen sollte: Kommunikation ist nicht gleich Kommunikation. Die PR-Beratung ist kein festes Berufsfeld, jede Beratung wird individuell auf den Kunden angepasst und ist abhängig von vielen Faktoren: Welche Vorstellungen der Kunde zu der Beratung mitbringt, welche Zielgruppe er erreichen will und das Budget der Kampagne setzen Rahmenbedingungen für die Agentur.

Ein Berater sollte sich die Zeit nehmen zu verstehen, was genau der Kunde von einem möchte: Wie will sich das Unternehmen positionieren? Wen will es ansprechen? Denn nur die richtige Beratung führt zu einem zufriedenen Kunden.

Werkbank oder Kommunikationsberatung?

Es gibt unterschiedliche Berufswege, um in der PR-Welt Fuß zu fassen. Während der Präsentation wurden die Unterschiede einer Karriere in einer Agentur im Gegensatz zu einer Karriere in einem Unternehmen noch einmal dargestellt: In einer Agentur wechseln die Projekte und Ansprechpartner ständig. Dadurch fühlt es sich an, als würde man mit jedem neuen Mandat quasi in einem neuen Unternehmen anfangen, da es immer zu einem Kontextwechsel kommt, mit anderen Unternehmenszielen, -kulturen und -abläufen. Agenturen werden von manchen Unternehmen eher als verlängerte Werkbank genutzt, und sind daher näher an dem finalen Ergebnis als die Unternehmen. Gleichzeitig sind manche PR-Agenturen zunehmend als „Trusted Advisor“ gefragt, an die man sich wendet, weil komplexe strategische Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen sind und bei denen die Kommunikationsberatung im Vordergrund steht. Das bringt neben dem fachlichen Anspruch auch hohe Anforderungen an die persönlichen Kompetenzen mit sich.

Die Beraterpersönlichkeit

Was genau macht denn nun einen guten PR-Berater aus? Als potenzielle Berater von morgen ist diese Frage auch für kommoguntia und unsere Mitglieder von großer Bedeutung. Alexandra Groß ist sich sicher: Spaß am Job ist superwichtig. Doch natürlich geht es noch weiter, denn Spaß allein reicht nicht um ein erfolgreicher PR-Berater zu sein. Anhand eines Kompetenzkreises verdeutlicht sie uns die Attribute eines Kommunikationsberaters. Neben den grundlegenden handwerklichen Fähigkeiten, die wir meist in unseren Medien- und Kommunikationsstudiengängen lernen, sollte man offen sein Neues zu lernen, mitdenken können und Informationen gut vernetzen können. Außerdem sollte man sich auch mal selbst Fehler eingestehen. Man muss bereit sein, Konflikte einzugehen und den Kontakt mit Kunden, aber auch mit Kollegen zu suchen. Dazu gehört auch, Kritik (auf eine konstruktive Art) üben zu können, aber auch Kritik anzunehmen und sie zu verarbeiten und schnell daraus zu lernen. Wenn man Dinge immer gleich sehr persönlich nimmt, sehr lange mit sich und Situationen hadert oder sich schwer damit tut, Entscheidungen zu treffen, die auch einmal falsch oder nicht ganz erfolgreich sind, wird man es in dem Beruf eher schwer haben.

Jeder Mitarbeiter in einer Agentur sollte Leadership-Fähigkeiten besitzen, beziehungsweise sich diese aneignen. Denn jeder arbeitet in unterschiedlichen Rollen in seinen Mandaten und ist in einem Mandat übergeordneter Kundenverantwortlicher und im anderen „einfaches“ Teammitglied mit Verantwortung für bestimmte Projekte oder Aufgabenbereiche, die auch immer wieder wechseln können. Leute erfolgreich führen zu können, ob Teammitglied oder Kunde, ist eine Fähigkeit, die sehr wenigen angeboren wird. Man erlernt sie in dem man (auch schwierige) Erfahrungen sammelt – als Teammitglied aber auch als Teamleader –und konstant bereit ist, sich zu verbessern und dazu zu lernen. Nicht zuletzt muss man den Kunden überzeugen können – oder auch sein Team.

Als abschließenden Rat gibt uns Alexandra Groß mit, uns selbst besser kennen zu lernen. Vielleicht einen Persönlichkeitstest zu machen, um seine eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen und diese zu bearbeiten. Auch das Networken und mit Leuten aus interessanten Branchen oder Unternehmen zu sprechen, neugierig und offen zu sein, ist ein wichtiger Schritt. Man sollte sich vernetzen, Veranstaltungen und Messen besuchen und auf Leute zugehen – und Spaß dabei haben.

Geschrieben von Pia Richter.